ALLES GUTE ZUM

GEBURTSTAG

Wenn Du zum Geburtstag gratulierst, dann solltest Du nicht immer auf die altbekannten Floskeln zurückgreifen. „Alles Gute zum Geburtstag“, „Happy Birthday“ – derartige SMS und Facebook-Nachrichten sind zwar nett, jedoch nicht persönlich und keinesfalls kreativ. Wer aus der Masse hervorstechen will, muss daher kreative Grüße verfassen. Du bist nicht kreativ oder hast Angst, dass Dein Spruch falsch verstanden wird? Keine Sorge – auf unserer Seite findest Du ein paar kreative und nette Geburtstagsgrüße, sodass Du sicher sein kannst, dass sich das Geburtstagskind freuen wird!

Die Geburtstagswünsche

Womit können Gratulationen zum Geburtstag übermittelt werden? Natürlich mit Geburtstagswünschen. Diese können individuell gestaltet sein, sodass der Gratulant selbst entscheidet, ob er einen neutralen, objektiven, herzlichen oder gar lustigen Geburtstagswunsch übermitteln möchte. Geburtstagswünsche sind immer beliebt – ob in jungen oder auch in etwas reiferen Jahren. Jeder Mensch, der seinen Geburtstag feiert, freut sich über einen kreativen Geburtstagswunsch. Doch warum übermitteln wir eigentlich Geburtstagswünsche? Welche Regeln müssen wir einhalten? Wie kreativ müssen wir tatsächlich werden, wenn wir einen Geburtstagswunsch übermitteln möchten?

Die allerersten Geburtstagsgedichte

GeburtstagsgedichteGeburtstagsgedichte sind eine moderne Ausdrucksform. Recherchen haben ergeben, dass es im Hochmittelalter keine Geburtstagsgedichte gab; auch in der Literatur des Rokoko gibt es kaum Hinweise, dass die Jubilare mit Gedichten beschenkt wurden. Bis zur Französischen Revolution wurde das neue Lebensjahr nur bei Hof gefeiert – erst in weiterer Folge wurden Geburtstage öffentlich zelebriert, sodass richtige Feste entstanden sind.

Die großen Dichter waren dann mit Ende des 18. Jahrhunderts gefragt – plötzlich wurden Gedichte für die Jubilare verfasst. Jedoch sind viele Verse, die von den großen Dichtern verfasst wurden, heute nicht mehr auffindbar.

Die Geburtstagsgedichte wurden nämlich nicht in die Sammlungen aufgenommen, weil sie als „unwürdig“ wahrgenommen wurden. Jedoch bedeutet das nicht, dass man keine Gedichte von den großen Dichtern zitieren kann. Es gibt genügend Gedichte, die von Schiller, Wilhelm Busch, Ringelnatz oder Matthias Claudius verfasst wurden. Derartige Verse finden sich in der Literatur und natürlich auch im Internet.

Friedrich von Schiller, ein fröhlicher und stets glücklicher Mensch, war einer der ersten Dichter, der Gedichte für Verwandte und Freunde verfasste. Dabei verwies er auch gerne darauf, dass es nur das Gedicht als Geschenk gab – für ein materielles Geschenk hatte er kein Geld. „Ich bringe nichts, nur ein Gedicht“, so der Dichter.

Johann Wolfgang von Goethe verfasste ebenfalls Geburtstagsgedichte. Jedoch nahm er die Dinge nie so locker wie Schiller; Goethe war pessimistisch und präsentierte seine düstere Ader auch in den Gedichten. Vielleicht waren es die dunklen Verse, die dazu geführt haben, dass seine Werke kaum noch zitiert werden, wenn ein Mensch Geburtstag feiert. „Das Leben ist ein schlechter Spaß“ – ob das wirklich geeignet ist?

Joachim Ringelnatz fand mit Ende des 19. Jahrhunderts die passenden Worte. Noch heute werden seine Verse gerne vorgetragen oder in Geburtstagskarten geschrieben. „Wie schön, dass Du geboren bist – wir gratulieren, weil wir Dich haben“, so Ringelnatz.

Geburtstagsgrüße sind eine „moderne“ Erfindung

„Alles Gute zum Geburtstag“ – ein Satz, den wir alle kennen, den es aber noch gar nicht so lange gibt, wie wir das wohl glauben. Selbst die Geburtstagsfeiern sind recht neu. Derartige Feiern entwickelten sich erst im 19. Jahrhundert. Das lag wohl daran, weil viele Menschen gar nicht wussten, wann sie Geburtstag hatten. So war in vielen Fällen nur das Jahr bekannt; der Tag, an dem man das Licht der Welt erblickte, spielte jedoch kaum eine Rolle. Mitunter konnte man höchstens die Jahreszeit bestimmen.

Ob in der biblischen Zeit oder in der Antike – Geburtstage spielten einfach keine wesentliche Rolle. Nur die römischen Kaiser und Pharaonen feierten ihre Geburtstage, wobei es nicht ausschließlich um die Geburt ging, sondern vielmehr um den ausufernden Personenkult. Der Geburtstag war also nur der Tag, an dem sich der Herrscher in den Mittelpunkt stellen und vom Volk bejubeln lassen konnte. Ob das Datum auch tatsächlich stimmte? Das wusste man nicht. Nur die wenigsten Schriftgelehrten und die engsten Familienmitglieder konnten überprüfen, ob der Herrscher tatsächlich an dem Tag Geburtstag hatte oder nicht.

Im frühen Christentum wurden Geburtstagsfeiern abgelehnt. Dies deshalb, weil der Brauch von den Heiden und Römern überliefert wurde. Weihnachten war die große Ausnahme – hier feierten die Christen den Geburtstag ihres Heilands Jesus Christus. „Dieser besondere Geburtstag“ war der wichtigste Festtag im Kirchenjahr. Als in den kommenden Jahren eine Namensliste mit Märtyrern entstand, begannen die Christen – angelehnt an die Todes- oder Geburtstage der Märtyrer – private Feste zu feiern.

Dabei spielte der Geburtstag jedoch kaum eine Rolle – man feierte seinen Namen, der auch vom Märtyrer getragen wurde. Die heutigen Geburtstagsfeiern, also die pompösen Feste zur Feier der Geburt, kannte man damals nicht. Man feierte also höchstens den Namenstag. Dieser wird heute noch immer zelebriert – jedoch ausschließlich in orthodoxen und altkatholischen Regionen. Schweden ist die Ausnahme – auch hier ist der Namenstag wichtiger als der eigentliche Geburtstag.

Ab dem Mittelalter feierten die Könige und Kurfürsten ihre Geburtstage. Die „Normalsterblichen“ feierten erst nach der Französischen Revolution. Schlussendlich wurden im Zuge der Revolution die Namen und Daten der Leute in Namenslisten oder Kirchenbüchern erfasst und im Rathaus festgehalten. Auch Tagelöhner und Kinder, die aus armen Verhältnissen stammten, wurden erstmals erfasst. Plötzlich war bekannt, wann jemand Geburtstag hatte. Im Rahmen der Gleichstellung zwischen dem Adel und den „Normalsterblichen“ kam es zur „Geburtstagsrevolution“ – plötzlich feierten alle Menschen ihren Geburtstag!

Es gibt aber einige christliche Kirchen, so etwa die Zeugen Jehovas, die den Geburtstag ablehnen und noch immer nicht feiern. Im Islam gibt es ebenfalls keine traditionellen Geburtstagsfeiern. Handelt es sich um einen strengen Moslem, so sollte man ihm nicht zum Geburtstag gratulieren. Schlussendlich wissen die Moslems nicht, wie sie auf Geburtstagswünsche reagieren sollen – im Koran gibt es nämlich keine Antwort, wie auf den Gruß reagiert werden soll. Liberale Moslems lassen sich von den Geburtstagsfeiern aber nicht abhalten.